Der neue Rolli

Ich darf jetzt los düsen mit  meinem neuen Rolli. Sieht total cool aus und ich möchte mich immer mehr allein vorwärts bewegen. So ein bisschen müssen wir uns noch aneinander gewöhnen, eventuell die Einstellung verändern. Bis es richtig passt und ich mich wohl fühle.

Die ersten Ferien sind zum Greifen nah. Ich freue mich schon sehr, weil wir wieder in Köln sein werden. Im Moment sind wir auch in fremden Betten unterwegs 🙂 , zu geplanten Untersuchungen in der Klinik. Das sind nun die ersten Fehltage vom Unterricht. Meine Lehrerin hat mir Aufgaben mitgegeben. Rechnen bis zur sechs und das O üben wir schreiben 🙂 .

Erste Worte

Mimi und Mama. Fünf Wochen bin ich nun ein Schulkind und habe immer noch ganz viel Spaß dabei. Der Alltag hat eingespielt, in der Klasse sind wir schon ein gutes Team. Ich bin glücklich und fühle mich gut  🙂 .

Gipsbeine

Das erste Mal nun werde ich Schienen für die Nacht bekommen. Vom vielen Sitzen sind die Sehnen nicht mitgewachsen, bzw. dehnen sie sich beim Laufen durch die Bewegungen. Wir haben die Bein’chen in Gips gepackt und wieder aufgeschnitten. Der Gips wird ausgegossen und darüber die Schienen gebaut. An den Knien wird es aufgeschnitten und ein Gelenk mit Raster angebaut. Dadurch kann dann nach und nach das Bein in der Nacht gestreckt werden.

In der Schule bin ich noch immer ganz doll glücklich. Freue mich jeden Tag drauf. Zwei Buchstaben haben wir schon gelernt. Schwimmen begeistert mich besonders. Einmal Schwimmen mit der Klasse und einmal mit einem Physiotherapeuten als Therapie alleine. Tauchen mit offenen Augen klappt schon super. In der zweiten Klasse werden wir häkeln habe ich heute erfahren. Und darauf freue ich mich jetzt schon sehr 🙂 !

Die Lösung mit dem Hort… Mika bleibt in der Schule, dort findet danach der Hort statt, sein Betreuer bleibt länger. Eigentlich ganz einfach, wenn nicht die Bürokratie wäre. Man muss eben nur drüber sprechen. Schön das eine Lösung gefunden wurde.

Hurra

Und nun konnten wir alles klären… Es war eine schwierige „Geburt“. Mika hat endlich einen Hortplatz! Das Amt unserer Gemeinde, das Sozialamt unseres Landkreises und das Jugendamt der Stadt Cottbus mussten zueinander finden. Drei Orte, drei Ämter.

Ein bedeutender wunderschöner Tag!

Eine Schule in der sich alles so leicht anfühlt, so selbstverständlich ist… Kinder singen, dass manche ein wenig anders gucken. Oder mit den Armen wackeln. Humpeln oder komisch essen. Und alle ganz normal sind. Man sich nur die Chance geben sollte, gegenseitig kennenzulernen. Einander helfen. Es eine Krankenschwester gibt und Physiotherapeuten. Ein Schwimmbad mit Schwimmunterricht ab der ersten Klasse. Einen Aufzug für mich zum Beispiel. So selbstverständlich, so ohne Rechtfertigung und Verteidigung warum es nicht geht…. Und es geht doch! Zumindest dort bis zum Ende des Unterrichts.

Das „Danach“ muss noch geklärt werden. Ich bin unheimlich glücklich und vollster Vorfreude auf die Schulzeit. Ein neuer großer Schritt im Leben.

Danke allen für die lieben Grüße und tollen Zeilen. Die Geschenke für’s Lernen, Lesen und Schreiben, wieder weg radieren ;-), Rechnen und Basteln. Für die Gut-und Geldscheine.

Zeitiger aufstehen, später frühstücken 🙂 . Mal sehen wie viele Tage wir brauchen, ehe wir das so richtig hin bekommen 🙂 .

Kleine Auszeit

Mal kurz an der Ostsee. Ein paar Tage viel spazieren… Den Kopf frei bekommen. Eins bleibt ungeklärt. Die Zeit nach der Schule, einer Ganztagsschule. Es sind vielleicht 20 Minuten, höchstens 50. Freitag’s zwei Stunden. Und es ist nicht möglich, dass Mika dort vom Hort, der die Räumlichkeiten der Schule nutzt weiter betreut wird. Kein entsprechendes Fachpersonal für Kinder mit Förderbedarf und zusätzlich wäre Mika ein Kind aus einer anderen Gemeinde. Komisch ist nur, dass aktuell ein ehemaliger Bauarbeiter (geeignetes Fachpersonal???)  Mika’s Schulbegleiter sein wird. Dieser Mika ab dem ersten Schultag begleitet, seine Pflege übernimmt . Es ist aus Kostengründen (Aussage vom Träger / Arbeitgeber des Schulbegleiter’s)  nicht möglich,  vorher mal eine vernünftige Übergabe zu machen und vielleicht zu erklären wie das Mieder geklebt wird, die Orthesen angezogen werden, die Besonderheiten beim Essen, Toilettengang usw. Es geht hier nicht nur um Stifte reichen und auch an sich nicht um den Bauarbeiter selbst. Er muss unseren „Job“ machen. Man kann sich ja Urlaub nehmen und die erste Zeit dort mitlaufen und alles erklären… So ein bisschen kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die wichtigsten Hilfsmittel sind geputzt, ziehen vom Kindergarten in die Schule um. Und die Toilette ganz links, müsste ja mit… Am Nachmittag wohin es auch immer gehen soll in den Hort. Und morgens dann wieder zurück in die Schule. Wer bitte mutet so etwas zu??? Für wenige Minuten, bis wir von der Arbeit kommen… Oma und Freunde die in der Nähe sind um Mika abzuholen wenn es bei uns länger wird …. Denn unser Amt als Träger des Hortes hier im Ort ist auch keine integrative Einrichtung.  Hat sich aber bereit erklärt, Mika in den Ferien zu betreuen, wenn wir uns beim Sozialamt um einen Einzelfallhelfer bemühen.

 

Zum Abschied…

… ein Vogelhaus mit Rädern und Füßen 😉 . Steht jetzt in meinem Kinder-Garten-  hinter dem Fenster, dort wo ich als kleine „Waldameise“ ganz fasziniert die Vögelchen beobachtet habe. Soll ich das etwa sein 😉 ???

 

 

Tolle Nachrichten!

Post von der Krankenkasse. Nett und ganz persönlich geschrieben. Ein Dank für die Kritik. Auch wir danken! Für das Vertrauen! Einiges ist sicher nicht gleich verständlich und es können Missverständnisse entstehen. Vielleicht muss manches besser im Vornherein erklärt werden. Aber die Beurteilung des Medizinischen Dienstes für ein muskelschwaches und untergewichtiges Kind einen 12 kg schweren Rollstuhl zu empfehlen ist fraglich….Die Klinik übernimmt als erstes die Verantwortung und verordnet nichts, was nicht in Augenschein genommen wurde, in der Handhabung des Kindes geprüft ist. Und auch wir möchten keine nicht funktionierenden Hilfsmittel herumstehen haben. Schön ist oft ganz anders 😉 ! Nun darf der Rollstuhl gebaut werden und wir freuen uns auf das 6 kg Leichtgewicht.

Nun sind sie auch wirklich angebrochen, die letzten Tage im Kindergarten… Eigentlich ist schon Schluss, aber da es mit dem Hort noch nicht geklärt ist, bin ich jetzt ein Gastkind 🙂 . Zwei dicke Ordner mit Erinnerungen. Und was ich alles so erzählt habe 😉 …